WIFO-Studie - Längere Erwerbstätigkeit zahlt sich für alle aus

WIFO-Studie - Längere Erwerbstätigkeit zahlt sich für alle aus

Der längere Verbleib im Erwerbsleben weitet nicht nur das Arbeitsangebot aus, sondern bringt auch für das öffentliche Budget einen Vorteil. Trotz der finanziellen Anreize sind die Einnahmen aus Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträgen insgesamt höher als bei einem frühen Pensionsantritt

Aktion Generationengerechtigkeit sieht Win-Win-Win-Situation – Obmann Georg Feith: „Längere Erwerbstätigkeit bringt mehr Geld für Menschen, weniger Kosten für den Staat und höhere Generationengerechtigkeit.“ 
 

Im Auftrag der Aktion Generationengerechtigkeit untersuchte das WIFO in der Studie „Die Auswirkung einer längeren Erwerbskarriere auf das Pensionseinkommen“, welche Effekte längere Erwerbstätigkeit für Menschen und Budget hat. In der WIFO-Studie wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Pensionsantrittszeitpunkte innerhalb der Korridorpension zwischen dem 62. und dem 68. Lebensjahr auf die Höhe der individuellen Erstpension und das Lebenseinkommen für unterschiedliche Modellkarrieren, beide Geschlechter und sieben ausgewählte Berufsgruppen untersucht. Zudem wurden die Folgen des späteren Pensionsantritts auch für den öffentlichen Haushalt berechnet.

Bis zu 2800.- Euro Pension pro Jahr mehr

Die zentralen Ergebnisse der Studie:
 

  • Ein späterer Pensionsantritt führt erwartungsgemäß zu einer höheren Erstpension. Die zusätzliche Erstpension schwankt zwischen netto 100.- und 200.- Euro (14-mal jährlich) pro Jahr des späteren Pensionsantritts. 
     
  • Werden die höheren Folgepensionen in der restlichen Pensionszeit berücksichtigt, steigert eine Verschiebung des Pensionsantritts vom 62. auf das 63. Lebensjahr das gesamte Nettolebenseinkommen um 1,5% bis 3,2%. 
     
  • Der Finanzierungssaldo des Gesamtstaates verbessert sich bei einem späteren Pensionsantritt in allen berechneten Fallbeispielen. Umgerechnet auf das Jahr 2019 pendelt der Überschuss pro Person zwischen einem Zehntel und dem 5,5-fachen eines durchschnittlichen Jahresgehaltes von Unselbständigen, so die Studie. 
     

Vorteile für Arbeitskräfteangebot und Budget

Der längere Verbleib im Erwerbsleben weitet nicht nur das Arbeitsangebot aus, sondern bringt auch für das öffentliche Budget einen Vorteil. Trotz der finanziellen Anreize sind die Einnahmen aus Lohnsteuern und Sozialversicherungsbeiträgen insgesamt höher als bei einem frühen Pensionsantritt“, bilanziert WIFO-Direktor Univ.-Prof. MMag. Gabriel Felbermayr.

Für Studienleiter Dr. Thomas Url zeigt sich insgesamt: „Obwohl das Pensionskonto den Erwerbstätigen eine gute Information über die bereits angesammelten Pensionsansprüche gibt, fehlt dort die Information über die mögliche zusätzliche Pensionsleistung durch weitere Erwerbsjahre. In dieser Studie schätzen wir erstmals das Potential zur Steigerung der Pensionshöhe durch ein längeres Erwerbsleben.“ Url verweist darauf, dass sich mit der schrittweisen Anhebung des Regelpensionsalters für Frauen auf das vollendete 65. Lebensjahr auch besonders für Frauen eine längere Erwerbstätigkeit auszahlt.

Menschen, Staat und Generationengerechtigkeit profitieren

DI Georg Feith, Obmann des Vereins Generationengerechtigkeit, spricht von einer „Win-Win-Win-Situation“, die man unbedingt nützen müsse: „Die längere Erwerbstätigkeit bringt mehr Geld für die Personen, die länger arbeiten, weniger Kosten für den Staat und damit einen wertvollen Beitrag zur Generationengerechtigkeit.

Dies unterstreicht auch der ehemalige Vorsitzende der Alterssicherungskommission, Dr. Walter Pöltner: „Sozialpolitik besteht nicht nur aus Geldverteilen, sondern auch aus Bewusstseinsbildung. Die klare Information, was es monatlich mehr an Pension bringt, wenn man länger arbeitet, könnte bei vielen ein Umdenken bewirken. Ebenso auch die klare Information darüber, dass die staatlichen Ausgaben für die Pensionen bis 2027 explodieren werden, wie das letzte Gutachten der Alterssicherungskommission feststellt.

Die Studie „Die Auswirkung einer längeren Erwerbskarriere auf das Pensionseinkommen“ steht ab sofort zum Download bereit: https://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/69656

Über Aktion Generationengerechtigkeit

Die Aktion Generationengerechtigkeit ist ein Verein, der sich für ein nachhaltiges, gerechtes und vor allem gesichertes Pensionssystem einsetzt. http://www.gerechte-pensionen.at/

Quelle:Generalsekretärin Dr. Ingrid Nemec ,ots  //  Fotocredit: ©WIFO, Dr. Thomas Url

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