Sicherheit am Berg - Selbsteinschätzung und eigenverantwortliches Handeln

Sicherheit am Berg - Selbsteinschätzung und eigenverantwortliches Handeln

Die Naturfreunde Österreich sind seit ihrer Gründung 1895 daran interessiert, Menschen die Schönheit der Berge zu vermitteln. Das bedeutet nicht nur das Bereitstellen von alpiner Infrastruktur und das Organisieren von entsprechenden Veranstaltungen.

Es ist als alpiner Verein auch notwendig, Verantwortung zu übernehmen und das Erlebnis Berg durch Bildungsinitiativen sicher zu gestalten.

2019 wurden in Österreichs Bergen 11990 Personen tot, verletzt bzw. unverletzt geborgen! Der Anteil der Bergungen von Unverletzten, hat laut Kuratorium für alpine Sicherheit in den letzten 10 Jahren stark zugenommen. Rund ein Drittel aller Notrufe betraf Personen die unverletzt waren. „Ein Großteil dieser rund 4000 Personen kamen mit hoher Wahrscheinlichkeit durch unzureichende Tourenplanung in alpine Notlagen“ schätzt Martin Edlinger, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, Alpinsachverständiger und Leiter des Bergsportreferates der Naturfreunde Österreich.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken veranstalten die Naturfreunde Österreich seit Jahren Ausbildungen, in deren Mittelpunkt Selbsteinschätzung und eigenverantwortliches Handeln im alpinen Raum ebenso stehen wie Tourenplanung und richtiges Verhalten im Notfall. „Tourenplanung muss einfach, schnell und auch Digital möglich sein, um letztlich Unfälle zu vermeiden!“, so Edlinger. Genau deswegen setzen die Naturfreunde Österreich im 125jährigen Jubiläumsjahr mit www.tourenportal.at auf einen neuen digitalen Standard.

„Die Naturfreunde Österreich übernehmen als alpiner Verein zum Thema Sicherheit auf den Bergen Verantwortung, als Instrument dient die Naturfreunde-Akademie, in der über 9.000 FunktionärInnen aus- und fortgebildet werden.“ so Andreas Schieder, Vorsitzender der Naturfreunde Österreich. Die Kurse setzen nicht nur bei Erwachsenen an, sondern sind auch im Ausbildungssegment der Naturfreundejugend zu finden: „Da eine wirkungsvolle Aufklärungs- und Präventionsarbeit zur Ausübung des Bergsports so früh wie möglich erfolgen soll.“ erklärt Stefan Loidl, Jugendreferent Sportklettern.

Kommt man doch in eine Alpine Notlage darf die dementsprechende Notfallausrüstung nicht fehlen. Hier haben die Naturfreunde ein Notfallpaket geschnürt, bestehend aus einem 2-Mann Biwaksack, einer Notfall-Stirnlampe und allen wichtigen Bestandteilen für eine Erstversorgung im alpinen Gelände. „Uns war es wichtig ein kleines und leichtes Paket zu schüren damit es in jedem Berg- und Wanderrucksack Platz findet.“ so Martin Edlinger. Das

Notfallpaket wird 2020 an zahlreiche ÜbunsleiterInnen und InstruktorInnen der Naturfreunde Österreich ausgegeben, die im Bergsport aktiv sind.

Im Falle eines Unfalles ist die KameradInnenrettung und das richtige Verwenden der Notfallausrüstung unumgänglich. Der Umgang mit der Ausrüstung sollte regelmäßig trainiert werden, um effektive Erstrettung zu gewährleisten.

Die Naturfreunde Österreich haben ihre Ausbildungszentren in ganz Österreich. Auch die Sonnblick Basis in Kolm Saigurn, im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern, fungiert als Ausbildungszentrum, wenn es um die Sportarten Schitouren und Eisklettern geht. Zahlreiche Kurse, wie das traditionelle IceXDream der Naturfreundejugend, bei dem Anfängern und Fortgeschrittenen, auf Wasserfällen und den eigens errichteten Eisklettertürmen, das Klettern am Eis beigebracht wird, gehören zu den jährlich wiederkehrenden Ausbildungen der Naturfreunde Akademie.

Intensive Unfall-Präventionsarbeit findet bei den Naturfreunden auch im Bereich Schitouren statt. Sei es durch das Kompetenzorientierte Ausbildungskonzept „W3 wer geht wann wohin“ im Schnee- und Lawinenbereich, oder durch Veranstaltungen wie das Internationale Lawinensymposium in Graz, bei dem regelmäßig über 500 Besucher über die neuesten Erkenntnisse der Schnee- und Lawinenkunde informiert werden. Die Naturfreunde Österreich waren auch maßgeblich daran beteiligt, dass der Lawinenlagebericht schon am Vorabend herausgegeben wird, was wesentliche Vorteile zur Tourenplanung bringt.

Quelle: Naturfreunde Österreich / Fotocredit: ©Martin Edlinger

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