Selbstvertreter aus ganz Österreich fordern „Gehalt statt Taschengeld“

Selbstvertreter aus ganz Österreich fordern „Gehalt statt Taschengeld“

OÖ - Am 5. Mai ist der europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Die Lebenshilfe gestaltet ihn als Tag der Inklusion. Zu diesem Anlass und unter dem Motto „Gehalt statt Taschengeld“ finden Aktionen in ganz Österreich statt. Heute wird die Forderung von Selbstverter*innen aus ganz Österreich an die Behindertensprecher*innen im Parlament übergeben. Die Gesamtsprecher aus Oberösterreich reisen mit der Unterstützung von Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer nach Wien.

„Taschengelder bekommen Kinder oder Schüler. Die Arbeit, die wir machen, soll endlich als Leistung anerkannt werden! Dazu braucht es auch eine gerechte Bezahlung. Und zu einem Gehalt gehört auch eine Pensionsversicherung”, so Roland Öhlinger, Gesamtsprecher Lebenshilfe Oberösterreich. Seit 2016 arbeitet er im Rahmen der Integrativen Beschäftigung von Montag bis Freitag im Dienstleistungszentrum der Kellner & Kunz AG, wo er Schrauben-Sortimente zusammengestellt, kleine Teile neu- oder umgepackt oder Kleinmontagen vorgenommen werden. Für ihn ist das Arbeiten in einem wirtschaftsorientierten Betrieb ein fixer Lebensbestandteil. „Durch die Wertigkeit der Aufträge habe ich auch meine eigene Arbeitsleistung gesteigert“, erklärt er begeistert. Gesamtsprecherin Karin Riegler ergänzt: “Menschen mit Beeinträchtigung sollen die Chance haben zu wachsen. Und da braucht es auch Anerkennung gegenüber der Leistung von Menschen mit Beeinträchtigung und ihrer Arbeit”.

Karin Riegler hofft aber auch, dass durch eine gesetzliche Änderung ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet. „Wir sind Erwachsene Menschen, keine Kinder. Das soll auch in der Gesellschaft so gesehen werden! Wenn wir Gehalt statt Taschengeld bekommen, ändert sich auch das Denken in der Gesellschaft und wird uns gleichwertig behandeln“, meint Riegler. „Wir brauchen ein Gehalt, um selbstbestimmt leben zu können“, so die Gesamtsprecherin der Lebenshilfe Oberösterreich abschließend“.

Landesrätin Birgit Gerstorfer steht hinter den Selbstvertretern der Lebenshilfe

Am Tag vor der österreichweiten Aktion in Wien besuchten die oberösterreichischen Gesamtsprecher Karin Riegler und Roland Öhlinger die Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer. Sie übergaben ihr das Dialogpapier „Gehalt statt Taschengeld“ und erklärten, warum ihnen das Thema am Herzen liegt. „Die Forderung nach „Gehalt statt Taschengeld“ ist richtig und wichtig. Denn an das Gehalt sind auch die sozialversicherungsrechtliche Absicherung und der Pensionsanspruch geknüpft, was bei einem Taschengeld nicht der Fall ist. Ob mit oder ohne Beeinträchtigung: Menschen, die einer Arbeit nachgehen, müssen den Anspruch auf eine finanzielle Absicherung im Alter haben“, so Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Zum Abschluss wurde ein gemeinsames Foto gemacht, um die Unterstützung der Landesrätin mit diesem symbolischen Bild mit nach Wien nehmen zu können.

Aktion „Gehalt statt Taschengeld“ & Forderungen im Detail

Menschen mit intellektuellen Behinderungen sollen nicht länger wie Kinder behandelt werden. Sie sind erwachsene Bürgerinnen und Bürger Österreichs! Sie wollen und können ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen. Es soll einen Werkstattlohn als Gehalt mit sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen oder einen Lohn am Arbeitsmarkt geben. Es kann auch eine Grundabsicherung für alle geben, die nicht in einer Werkstatt arbeiten können. Die Lebenshilfe hat für diesen Anlass ein Dialogpapier mit politischen Forderungen zu inklusiver Arbeit formuliert, welches österreichweit von Menschen mit intellektuellen Behinderungen auf Landes- und Bundesebene überreicht wird.

Das Dialogpapier mit allen Informationen zum Thema „Gehalt statt Taschengeld“ steht auf der Homepage www.lebenshilfe.at/aktion-gehalt  zur Verfügung.

Quelle, Bild: Lebenshilfe Oberösterreich

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