Prettner/Flachberger überragen zum Auftakt der Kieler Woche

Prettner/Flachberger überragen zum Auftakt der Kieler Woche

Mit einem Tag Verspätung – am Mittwoch konnten wetterbedingt keine Rennen ausgetragen werden – ist die 128. Auflage der Kieler Woche voll angelaufen. Aus rot-weiß-roter Sicht haben Keanu Prettner und Jakob Flachberger im 49er-Feld einen fantastischen Auftakt geschafft: Mit drei Podiumsplätzen aus vier Rennen liegen die beiden an ausgezeichneter fünfter Position – und schafften in souveräner Art und Weise die Qualifikation für die Goldflotte. 

Für die Flotte der Top-Boote qualifizierten sich auch Bildstein/Hussl, die das abschließende Rennen für sich entscheiden konnten. Die 470er-Paarung Vadlau/Mähr blieb glücklos, rangiert aber dennoch an achter Stelle. Die beiden Nacra 17-Teams des Österreichischen Segel-Verbands haben sich nach vier Rennen im Mittelfeld positioniert.

Nachdem am Mittwoch der fehlende Wind für die Absage aller Rennen der olympischen Klassen gesorgt hatte, bot sich den Teilnehmern an der 128. Kieler Woche am Donnerstag beste Bedingungen. Während die ersten Rennen noch bei Leichtwind abgehalten wurden, nahm der Wind im Tagesverlauf zu und sorgte für stabile, gute Verhältnisse bei einer Stärke zwischen neun und 15 Knoten.

Prettner/Flachberger fahren dreimal auf das Podest
Keanu Prettner und Jakob Flachberger haben zum Auftakt der Kieler Woche eine sensationelle Leistung gezeigt. Das 49er-Duo vom Union Yacht Club Wolfgangsee ersegelte in seiner Fleet – insgesamt nehmen in der 49er-Klasse 91 Boote teil – drei Podiumsplätze. Damit klassierte sich das junge OeSV-Gespann in der Gesamtwertung an fünfter Stelle und zog souverän in die Goldflotte ein. „Es war echt ein super Tag heute für uns. Wir haben perfekt hineingefunden in diese Regatta. Von Anfang an hatten wir einen guten Speed – und das den ganzen Tag lang. Wir haben die Rennen dann simpel gehalten und geschaut, dass wir unsere Geschwindigkeit nutzen und eben keine Fehler machen. Wir waren dann eigentlich immer an der ersten Luv-Tonne schon vorne dabei und haben die Rennen fein nachhause gesegelt. Wir sind extrem happy, dass wir so gut platziert sind und freuen uns morgen auf die Gold-Fleet und schauen, dass wir weiter Gas geben“, sagt Keanu Prettner. 

Benjamin Bildstein und David Hussl, die im Vorfeld der Regatta ihr Material umstellen mussten, zeigten im Verlauf des ersten Wettfahrttages eine konstante Leistungssteigerung: Mit den Plätzen 13, sechs, fünf und einem Sieg im letzten Rennen stieg auch das Duo vom Yacht Club Bregenz in die Goldflotte auf, rangiert an 13. Position in der Gesamtwertung. „Bei der ersten Wettfahrt unterlief uns am Start ein Regelverstoß und eine kleine Kollision, so dass wir ein ‚Ringerl‘ drehen mussten – wir haben es dann noch geschafft, ein paar Boote einzusammeln. Rennen zwei und drei waren solide. Im letzten Race ist uns ein guter Start gelungen, den wir in einen Wettfahrtsieg verwandelt haben. Damit sind wir ‚safe‘ in der Goldflotte und freuen uns auf zwei, drei richtig interessante Tage“, richtet Vorschoter David Hussl aus.

Nacra 17-Duos liegen im Mittelfeld
Die beiden österreichischen Nacra 17-Teams haben sich nach ihrem ersten Wettkampftag im Mittelfeld der 31 Boote umfassenden Flotte klassiert. Lukas Haberl und Tanja Frank rangieren nach vier Prüfungen an 14. Stelle, holten die Einzelergebnisse zwölf, 14, zwölf und zehn. „Für uns war es heute ein ‚up and down‘ – vor allem beim Up-Wind-Foilen hatten wir gute und weniger gute Momente. Die Starts waren nicht sonderlich gut, das hat uns auch nicht in die Karten gespielt. Im Vergleich zu den Regatten in Palma und Hyeres haben wir hier dennoch einen großen Schritt gemacht. Es war schon mal ganz ok“, erzählt Tanja Frank nach dem geschafften Auftakt.

Laura Farese und Matthäus Zöchling liegen im Gesamtklassement drei Plätze hinter ihren Teamkollegen. Sie erzielten die Plätze 17, 17, 13 und 16. „Wir haben es heute nicht geschafft, unseren Rhythmus zu finden. Manchmal waren wir auf der falschen Seite und vom Speed her konnten wir nicht ganz mithalten. Insgesamt war unsere Leistung heute nicht konstant genug. Das muss morgen besser werden, um dann auch mit den vorderen Booten mithalten zu können“, erklärt Laura Farese.

Vadlau/Mähr zum Auftakt glücklos
Lara Vadlau und Lukas Mähr sind an ihrem ersten Wettkampftag – auch in der 470er-Klasse konnten am Mittwoch keine Rennen absolviert werden – bei der 128. Kieler Woche glücklos geblieben. Zweimal musste das OeSV-Duo schon am Start seine Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung begraben: „Im ersten Race haben wir den Start verpatzt. Es ist sich einfach nicht ganz ausgegangen, aber wir haben uns noch halbwegs solide nach vorne gesegelt. In der dritten Wettfahrt sind wir beim Startboot hängen geblieben, mussten ein ‚Ringerl‘ drehen und lagen unfassbar weit hinten. Wir haben uns dann noch nach vorne gekämpft, bis uns der Spibaum gebrochen ist – das war dann eine ziemliche Challenge für uns“, berichtet Steuerfrau Lara Vadlau. Neben den Plätzen 17 und 14 nährt der zweite Rang im dritten Rennen des Tages aber Hoffnung auf einen positiven weiteren Verlauf. „Beim zweiten Platz hat alles gepasst: Der Start und das ganze Rennen waren gut. Mit so viel Pech an einem Tag haben wir uns eigentlich eine große Portion Glück für die restliche Regatta verdient“, fügt die zweifache Weltmeisterin hinzu. Im Gesamtklassement liegen die beiden dennoch an starker achter Position.

Österreichs zweiter 470er mit Rosa Donner und Sebastian Slivon ist mit seinem Auftakt zufrieden. „Es war ein extrem cooler Tag für uns. Wir konnten zu einem großen Teil unsere Pläne umsetzten. Vor allem der Speed hat heute durchgehend gepasst. Für uns zählt bei dieser Regatta nicht das Ergebnis, der Lerneffekt ist wichtig – und der war heute extrem groß“, fasst Steuerfrau Donner zusammen, die mit ihrem Segelpartner in der abschließenden dritten Wettfahrt einen hervorragenden achten Rang erzielen konnte. In der Gesamtwertung liegen sie – nach den Plätzen 27 und 26 in den ersten beiden Läufen – an 22. Stelle.

Solide Performance von Schöfegger/Boustani bei Comeback
Laura Schöfegger und Anna Boustani haben bei ihrem gemeinsamen Regatta-Comeback – ihren letzten Wettkampf bestritten sie 2020 – solide Ergebnisse eingefahren. In der 49erFX-Wertung liegen die beiden nach den heutigen vier Wettfahrten an insgesamt 42. Stelle und setzen die Regatta ab Freitag in der Silberflotte fort. Sie verbuchten die Einzelergebnisse 13, zehn, 15 und zwölf. Der 15. Rang wird aktuell als Streichresultat geführt. „Wir hatten richtig Spaß heute. Die Starts haben gut funktioniert und insgesamt sind uns schon viele Sachen sehr gut gelungen – es muss sich aber auch noch Einiges einspielen, es fehlt uns bei mehr Wind noch am Speed. Aber wir sind schön, sauber um den Kurs gekommen und waren in keine großen ‚Troubles‘ verwickelt. Wir haben uns definitiv von Wettfahrt zu Wettfahrt gesteigert“, resümiert Steuerfrau Schöfegger.

OeSV-Aufgebot | 128. Kieler Woche | 22. - 26. Juni 2022
49er (nach 4/12 Rennen + Medal-Race)
1. Dickson/Waddilove IRL 5 (1/1/(5)/3)
5. Prettner/Flachberger AUT 8 (3/2/3/(7))
13. Bildstein/Hussl AUT 12 ((13)/6/5/1)
78. Kammerer/Ebenbichler AUT 69 (25/28/16/(29))
83. Lehmann/Haberl AUT 78 (28/(29)/28/22)

Nacra 17 (nach 4/12 Rennen + Medal-Race)
1. Tita/Banti ITA 3 ((14)/1/1/1)
14. Haberl/Frank AUT 34 (12/(14/12/10)
17. Farese/Zöchling AUT 46 ((17)/17/13/16)

49erFX (nach 4/12 Rennen + Medal-Race)
1. Bobeck/Netzler SWE 4 ((10)/1/1/2)
42. Schöfegger/Boustani 35 (13/10/(15)/12)

470er (nach 3/10 Rennen + Medal-Race)
1. Mermod/Siegenthaler SUI 2 ((11)/1/1)
8. Vadlau/Mähr AUT 16 ((17)/2/14)
22. Donner/Slivon AUT 34 ((27)/26/8)
 

 

Quelle: Öst. Segelverband / Fotocredit: © (c) Candidate Sailing | Dominik Matesa

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