OÖ als Modellregion für Künstliche Intelligenz, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt

OÖ als Modellregion für Künstliche Intelligenz, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt

V.l.: DI (FH) Werner Pamminger, Geschäftsführer Business Upper Austria, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Mag.a Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer OÖ, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ. 

OÖ Zukunftsforum 2021: Wie Oberösterreich die Chancen der KI nutzen will


Als „Lenker“ im selbstfahrenden Fahrzeug, bei der Diagnose von Krankheiten, in der Steuerung von Robotern oder ganzen Produktionssystemen: Künstliche Intelligenz hat einen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft angestoßen, den Oberösterreich aktiv mitgestalten will. „Daher befasst sich unser OÖ. Zukunftsforum 2021 mit dem Thema ‚Der Mensch im Zentrum Künstlicher Intelligenz‘. Denn in unserer neuen OÖ. Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 bekennen wir uns ganz klar zum ehrgeizigen Ziel, unser Bundesland bis zum Jahr 2030 zur Modellregion für Human-Centered Artificial Intelligence zu machen. Einer Künstlichen Intelligenz also, die unterstützend wirkt und so den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, betonen Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.

Zunächst als Zwei-Tages-Veranstaltung in der voestalpine Stahlwelt geplant, wurde das Programm – Corona-bedingt - in den vergangenen Wochen in ein online-taugliches Format gebracht. Die fünf inhaltlichen Schwerpunkte werden in Online-Sessions über MS Teams bzw. GoToWebinar präsentiert und können kostenlos mitverfolgt werden. Mit Stand gestern, 22.März, gab es bereits 700 Anmeldungen aus dem In- und Ausland.

 

So vielfältig wie die Anwendungsfelder ist auch das Programm des OÖ Zukunftsforums. Es nimmt die Besucher/innen mit in folgende Themenbereiche:

  • Mobilität
  • Effiziente Produktion
  • Nachhaltige Lebensräume
  • Unterstützung des Menschen
  • „Mehr aus Daten machen für Einsteiger“


„Die große Themenbreite zeigt, dass die Künstliche Intelligenz bereits alle Lebensbereiche durchdringt. Durch das Zusammenspiel von künstlicher und menschlicher Intelligenz, können bestmögliche Lösungen für die Gesellschaft als Ganzes gefunden werden“, stellt Landeshauptmann Stelzer den gesellschaftlichen Nutzen Künstlicher Intelligenz in den Vordergrund und verweist unter anderem auf Anwendungen in der Medizin: „Gerade in der Medizintechnik hat Oberösterreich sowohl in der Anwendung als auch in der Forschung große Kompetenzen. Nur ein Beispiel unter vielen ist der Aufbau eines Medizinischen Kognitiven Computerzentrums (MC3). Damit sollen Versorgung und Sicherheit von Patientinnen und Patienten besonders in der Intensiv- bzw. Notfallmedizin mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz verbessert werden.“ Mit dem Kepler-Uni-Klinikum, der Johannes Kepler Universität Linz und der RISC Software aus dem Upper Austrian Research UAR Innovation Network vereint diese Initiative das Wissen und die Expertise wesentlicher Know-how-Träger in Oberösterreich.

„Um die Technologien der Zukunft erfolgreich ein- und umzusetzen, müssen die Mitbürgerinnen und Mitbürger aktiv mit dabei sein. Wir wollen daher bei unserem OÖ. Zukunftsforum die Menschen auf die Reise ins digitale Zeitalter mitnehmen und dabei auch Vorurteile und Verunsicherungen abbauen“, erklärt Landeshauptmann Stelzer. 

 

KI bereits breit in der oö. Wirtschafts- und Forschungspolitik verankert

So umfassend Künstliche Intelligenz unseren Alltag verändert, so stark und breit ist sie auch bereits in Oberösterreichs Wirtschafts- und Forschungspolitik verankert: „In unserer Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 beschäftigen sich von rund 80 im heurigen Jahr konkret geplanten Maßnahmen 15 Prozent mit Künstlicher Intelligenz im engeren Sinn. Daran und an der Vielzahl an beteiligten Institutionen – von universitärer und außeruniversitärer Forschung, Unis und Fachhochschulen bis hin zu den Standortpartnern – lässt sich erkennen, dass Oberösterreich hier in vielen Bereichen schon Spitzenleistungen hervorbringt“, unterstreicht Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Achleitner.


„Auf der Grundlage des vorhandenen Know-hows in Maschinenbau, Medizin und Forschung haben wir uns in Oberösterreich das Ziel gesetzt, gerade an der Schnittstelle Mensch-Maschine besondere Akzente zu setzen“, so Landesrat Achleitner.


Highlights der für das heurige Jahr geplanten Aktivitäten

Der Aufbau einer Wissenschafts-Plattform für Human-Centered AI, um das Thema ganzheitlich bearbeiten zu können: Angetrieben wird die Umsetzung der Plattform aus dem Innovation Network der Forschungsleitgesellschaft Upper Austrian Research unter der Federführung des Software Competence Center Hagenberg (SCCH). Ebenfalls soll künftig ein AI-Quality Test & Certification Center entstehen. „Aktuell gibt es kein solches Zentrum, um die Eignung von KI-Anwendungen hinsichtlich Sicherheit und Zuverlässigkeit zur prüfen. Auch einheitliche Standards zum Testen von KI gibt es momentan noch kaum. Man kann das mit einem Crashtest für Autos vergleichen: Diese werden nach einheitlichen Kriterien durchgeführt. Für KI gibt es das noch nicht. Durch den vermehrten Einsatz solcher Systeme in den Unternehmen ist aber ein hoher Bedarf gegeben“, erklärt Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner. Umsetzungspartner sind neben SCCH die Johannes Kepler Uni, die Fachhochschule OÖ, die RISC Software, der Softwarepark Hagenberg und das Land OÖ.

 

  • Der Auf- und Ausbau eines medizinischen Simulationszentrums auf der Basis des Leitprojekts MEDUSA: Hier wird ein Simulationssystem für Neurochirurg/innen entwickelt, das ein Training von schwierigen Eingriffen am Gehirn ermöglicht. Dieser Prototyp soll in weiterer Folge um zusätzliche chirurgische Simulationen ergänzt und um innovative Aus- und Weiterbildungskonzepte erweitert werden. An MEDUSA sind unter Leitung der RISC Software GmbH 13 Forschungspartner beteiligt.
  • Training und Expertenpräsentation zu aktuellen Entwicklungen bei Patenten und Schutzrechten im Themenbereich KI/Software/Digitalisierung: Je stärker sich Unternehmen im Alltag mit künstlicher Intelligenz beschäftigen und versuchen, Wertschöpfung durch die Nutzung von Daten zu erzielen, desto mehr gewinnen auch Schutzrechte an Bedeutung. Für KI und Software gibt es spezielle Rahmenbedingungen, die laufend geschult und weitergegeben werden müssen. Die oö. Standortagentur Business Upper Austria bietet regelmäßig Sprechstunden und Veranstaltungen dazu an.
    Das Thema Künstliche Intelligenz wird in Oberösterreich ganzheitlich adressiert – wie einige weitere F&E-Projekte aus dem UAR Innovation Network zeigen, die größtenteils beim Zukunftsforum präsentiert werden:
  • Teamkollegen der Zukunft: Gute Kommunikation und erklärbare KI-Modelle geben dem Menschen Vertrauen in seine „künstlichen“ Teamkollegen und sind die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Nur so können Assistenzsysteme ihre Benutzer/innen auch wirklich tatkräftig unterstützen. Im UAR Innovation Network wird gemeinsam mit einem internationalen Top-Konsortium unter der Leitung des Software Competence Center Hagenberg (SCCH) an einem Mensch-KI-Teaming Framework geforscht – gewissermaßen ein praktischer Bausteinkasten für eine optimale Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Das visionäre Konzept wird anhand von Demonstratoren für die Qualitätsinspektion, Maschinendiagnostik und Unfallprävention realisiert und veranschaulicht.
  • Vom Mensch lernen: Unterstützung sollen KI-Systeme insbesondere bei komplexen Herausforderungen bieten. Doch je flexibler und agiler eine Produktion wie bei Losgröße 1 wird, umso mehr müssen Assistenzsysteme von dem Know-how der Fachkräfte lernen. Eine von PROFACTOR entwickelte Lösung ermöglicht es, bestehendes Prozesswissen noch besser zu nutzen. Mittels Kamera und entsprechender Software werden Bewegungen, Abläufe, Interaktionen mit Werkzeugen, Bauteilen und Maschinen erfasst. Mit Hilfe dieser Daten werden Produktionssysteme befähigt, Handlungsabfolgen zu verstehen und entsprechende Assistenzfunktionen in Echtzeit zu bieten.
  • Praxistaugliche Formen der Interaktion: Kognitive und digitale Assistenzsysteme sollen bei komplexen Arbeitsvorgängen effiziente Hilfestellung leisten. Die Anwendungsbereiche und Formen der Interaktion sind dabei breit gespannt. Unter anderem unterstützt das Forschungszentrum Pro2Future bei der Entwicklung eines kognitiven Schweißhelms, der Fachkräfte während des Arbeitsvorgangs individuell anleiten soll und zudem ermöglicht, erforderliche Geräteeinstellungen freihändig vorzunehmen. Auch bei Herstellung von Fertighäusern aus Holzriegelbauweise soll künftig der Einsatz von Spatial Augmented Reality Einzug halten – daran forscht unter anderem das Kompetenzzentrum Holz – Wood K plus im Rahmen eines kooperativen Projekts. Ohne das Tragen von Hilfsmitteln wie Brillen sollen relevante Arbeitsschritte auf Basis technischer Pläne direkt auf das zu fertigende Bauteil projiziert werden.
  • Intelligente Ressourceneffizienz: KI-basierte Methoden können mehr Ressourceneffizienz – wie unter anderem in der Stahlproduktion – schaffen. Stahlschrott ist ein wichtiger Sekundärrohstoff und im Sinne einer Kreislaufwirtschaft gilt es, die Recyclingquote von Stahl möglichst hochzuhalten. Eine effiziente Schrottsortierung benötigt geeignete digitale Methoden zur Analyse der Schrottqualität. Denn diese bestimmt letztendlich die Endproduktqualität. Bisher basiert Schrottcharakterisierung zumeist auf einer objektiven Bewertung durch die Stahlwerksmitarbeiter/innen. Digitale, sensorbasierte Analysetechniken und KI können effizient dabei unterstützen, den richtigen Schrottmix für die Stahlproduktion bereitzustellen. Hier entwickelt das Forschungszentrum K1-MET effiziente Methoden.
     

Quelle: biz-up / Fotocredit: © Land OÖ/ Max Mayrhofer

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