Leichte Verbesserung bei der Ertrags-und Finanzsituation im oö. Handel

Leichte Verbesserung bei der Ertrags-und Finanzsituation im oö. Handel

Die durchschnittlichen Gewinne vor Steuern der Handelsunternehmen mit Sitz in Oberösterreich erreichten im aktuell vorliegenden Bilanzjahr (2017/18) 3,5 Prozent des Netto-Umsatzes. 41 Prozent des Vermögens wurden durch Eigenkapital finanziert.

 "Zur betriebswirtschaftlichen Spitze zählen 10 Prozent der Unternehmen und die entsprechenden Voraussetzungen für eine Positionierung im Spitzenfeld wurden von weiteren 14 Prozent erfüllt“, zitiert Ernst Wiesinger, Obmann der Sparte Handel der WKOÖ, aus der aktuellen Studie der KMU Forschung Austria zur Ertrags- und Finanzsituation der oö. Handelsunternehmen.

Den mit Abstand größten Kostenblock der bilanzierenden Handelsunternehmen bildete der Handelswareneinsatz, der im Schnitt 74,2 Prozent der Betriebsleistung ausmachte. Der Anteil der Fremdleistungen lag bei 1,4 Prozent, jener der Personalkosten machte 11 Prozent der Betriebsleistung aus. Nach Abzug von Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen sowie der Berücksichtigung von Finanzerträgen und -aufwendungen blieb den Handelsunternehmen durchschnittlich ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 3,5 Prozent des Netto-Umsatzes. Dementsprechend erwirtschafteten die Handelsunternehmen pro 100 Euro Umsatz (netto) 3,5 Euro Gewinn (vor Steuern). Vergleicht man die Umsatzrentabilität mit dem vorangegangenen Bilanzjahr 2016/17, ergibt sich ein Minus von 0,8 Prozent-Punkten.

74 Prozent der Handelsunternehmen erzielten Gewinne 
Insgesamt konnten rund drei von vier Handelsunternehmen Gewinne verzeichnen. Damit stieg der Anteil der Handelsunternehmen, die schwarzen Zahlen schreiben, im Vergleich zu 2016/17 um 3 Prozent an. 41 Prozent des Vermögens finanzierten die Handelsunternehmen mit Eigenkapital. Im Vergleich zum Bilanzjahr 2016/17 hat sich die Eigenkapitalquote von 40 Prozent auf 41 Prozent erhöht. Das Eigenkapital ist ein wichtiges Risikopolster, das zu einer geringeren Krisenanfälligkeit sowie zu einer besseren Bonität beiträgt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollte ein Mindestwert von 30 Prozent erreicht werden, was auf den Handel in Oberösterreich im Durchschnitt zutrifft. 79 Prozent der Handelsunternehmen in Oberösterreich verfügten über positives Eigenkapital.

Die Analyse anhand der zentralen Indikatoren Umsatzrentabilität (Gewinn vor Steuern) und Eigenkapitalquote zeigt für das Bilanzjahr 2017/18 folgende betriebswirtschaftliche Positionen der Handelsunternehmen in Oberösterreich: 10 Prozent zählen zur betriebswirtschaftlichen Elite, sie erwirtschaften Gewinne von mehr als 10 Prozent des Netto-Umsatzes und finanzieren mehr als 30 Prozent des Betriebsvermögens mit Eigenkapital. Weitere 14 Prozent haben mit einer Umsatzren-dite von über 5 Prozent sowie einer Eigenkapitalquote von über 15 Prozent gute Voraussetzungen für eine Positionierung im betriebswirtschaftlichen Spitzenfeld, haben diese aber noch nicht ganz erreicht. In 6 Prozent der Unternehmen werden zwar ausreichend Gewinne erwirtschaftet (über 5 Prozent des Netto-Umsatzes), allerdings ist bei diesen Unternehmen die Eigenkapitalquote zu niedrig (unter 15 Prozent des Gesamtkapitals). Folglich sind Verbesserungen im Bereich der Finanzierung notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten und zu sichern.

Bei 38 Prozent liegt Verbesserungspotenzial im Ertragsbereich vor: Zwar werden über 15 Prozent Eigenkapital ausgewiesen, jedoch werden zu niedrige Gewinne erzielt bzw. bewegt man sich in der Verlustzone. Hier sollte der Fokus auf Maßnahmen liegen, die Attraktivitätsmerkmale fördern und schließlich die Erträge erhöhen. 19 Prozent sehen sich Problemen im Finanzierungs- und auch im Ertragsbereich gegenüber. Um hier entgegenzuwirken, müssen die Erhöhung der Ertragssituation sowie der Eigenkapitalentwicklung (z. B. durch Verbesserung der Umsatzentwicklung, Überprüfung der Kalkulation und Preispolitik, aber auch durch Reduktion der Privatentnahmen) an vorderster Stelle stehen. 11 Prozent der Handelsunternehmen in Oberösterreich sind sowohl buchmäßig überschuldet als auch in der Verlustzone.

Im Vergleich zum Bilanzjahr 2016/17 ist der Anteil der Top-Unternehmen in Oberösterreich von 9 auf 10 Prozent im Bilanzjahr 2017/18 gestiegen. Der Anteil der überschuldeten Handelsunternehmen in der Verlustzone ist von 14 Prozent auf 11 Prozent deutlich gesunken.
Quelle: WKOOE  //  Fotocredit: Symbolfoto

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