EU stellt 100.000 Impfstoffe für Durchimpfung des Bezirkes Schwaz zur Verfügung

EU stellt 100.000 Impfstoffe für Durchimpfung des Bezirkes Schwaz zur Verfügung

Alle impfbereiten BewohnerInnen des Bezirkes Schwaz ab 16 Jahren können sich ab 11. März impfen lassen

Nach intensiven Gesprächen von Landeshauptmann Günther Platter, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen konnte nun eine Einigung erzielt werden: Die EU hat zugesichert, für den Bezirk Schwaz eine zusätzliche vorgezogene Lieferung von 100.000 Impfstoffen des Herstellers BioNTech/Pfizer zur Eindämmung der südafrikanischen Virusvariante zur Verfügung zu stellen. Damit erhalten alle impfbereiten BewohnerInnen des Bezirks Schwaz beginnend mit dem 11. März eine Corona-Impfung.

„Für die erfolgreiche Bekämpfung der Südafrika-Mutation im Bezirk Schwaz ist die Durchimpfung der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung. Dieser Ansicht sind auch nationale und internationale Expertinnen und Experten. Bisher haben jedoch die dafür nötigen Impfstoffe gefehlt, weshalb wir uns bei der Europäischen Kommission massiv dafür eingesetzt haben, dass Tirol eine zusätzliche vorgezogene Lieferung an Impfstoffen erhält. Wenn der Bezirk Schwaz schon ein europäischer Hotspot der Südafrika-Variante ist, dann braucht es auch eine europäische Lösung. Diese haben wir nun erzielt“, berichten Bundeskanzler Kurz und Landeshauptmann Platter unmittelbar nach Abschluss der Verhandlungen mit der EU.

Alle Impfbereiten im Bezirk Schwaz ab 16 erhalten Corona-Impfung

Mit dieser Lieferung kann bereits kommende Woche begonnen werden, allen impfbereiten BewohnerInnen des Bezirks Schwaz ab 16 Jahren eine Corona-Schutzimpfung zu verabreichen. Drei Wochen später – ab 1. April – erfolgt dann die notwendige zweite Teilimpfung. Der Bezirk Schwaz wird dabei zu einer wissenschaftlichen Modellregion der EU, in der hochkarätige heimische wie internationale WissenschaftlerInnen die Auswirkungen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs auf die Ausbreitung bzw. Eindämmung der südafrikanischen Virusmutation erforschen. Dem nun eingesetzten mRNA-Impfstoff wird insbesondere auch bei der Südafrika-Virusvariante von WissenschaftlerInnen eine hohe Wirksamkeit bescheinigt. Am Zeitplan des Tiroler Impfplans ändert sich ansonsten nichts.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober betonte im Rahmen der Pressekonferenz: „Das professionell durchgeführte Contact Tracing durch das Land Tirol hat in Kombination mit anderen Maßnahmen wie der Ausreise-Testung dazu geführt, dass der Anteil der südafrikanischen Virusvariante schrittweise abnimmt. Während in der Kalenderwoche 5 die südafrikanische Virusmutation noch einen Anteil von 18 Prozent an den Neuinfektionen hatte, sind es aktuell noch 5,11 Prozent. Wir haben nun die Chance, ein einmaliges Forschungsprojekt – ein Zeichen europäischer Solidarität – zu realisieren. Wir arbeiten mit aller Kraft gegen die Ausbreitung dieser Mutation. Gemeinsam mit einer Ausreise-Testung aus dem Bezirk Schwaz kann dies zu einer erfolgreichen Begrenzung des Südafrika-Virus beitragen.“

Beleg eines negativen COVID-Tests nötig

Die Durchimpfung des Bezirks Schwaz geht auch mit einem Auslaufen der Testverpflichtung zum Verlassen des Bundeslandes Tirol mit 10. März 2021 einher. Diese Ausreisetestpflicht für alle TirolerInnen läuft am 10. März aus. Zu den Bedingungen, damit die 100.000 Impfstoffe von der EU zur Verfügung gestellt werden, zählt eine Testverpflichtung für die Modellregion Schwaz. Ab 11. März benötigen alle Personen mit Wohnsitz im Bezirk Schwaz den Nachweis eines negativen Coronatests (PCR-Test nicht älter als 72 Stunden oder Antigentest nicht älter als 48 Stunden), wenn sie den Bezirk Schwaz verlassen wollen. Diese Maßnahme endet mit 25. März. Es gelten dabei dieselben Ausnahmen von der Testverpflichtung wie jüngst bei der Gemeinde Mayrhofen.

LHStvin Ingrid Felipe appelliert an die Bevölkerung und betont: „Wir konnten in den vergangenen Tagen und Wochen umfangreiche Daten gewinnen und analysieren – die Beteiligung der Bevölkerung im Bezirk Schwaz war dabei sehr hilfreich. Mit dem Start der Forschungsregion, welche ein beschleunigtes Impfen und weiteres Testen vorsieht, wird ein perspektivenreicher Schritt gesetzt, von welchem auch die Wissenschaft und Forschung Erkenntnisse gewinnen werden. Es braucht jedoch wieder das Engagement und das Mittun der Bürgerinnen und Bürger. Daher appelliere ich an die Menschen im Bezirk Schwaz, die vorzeitige Impfmöglichkeit anzunehmen und mitzumachen. Das Projekt wird dabei helfen, mit dem Virus leben zu lernen, es zu kontrollieren und zu managen. Die Forschungsregion Schwaz soll mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und weiteren begleitenden Maßnahmen ein Lernort für die weiteren Herausforderungen sein.“

Die Expertin Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Impfabteilung im Gesundheitsministerium und Mitglied des Nationalen Impfgremiums, betonte dahingehend, dass es sich um eine „extrem wichtige Studie“ handle, deren Voraussetzung eine hohe Impfbeteiligung und Durchimpfungsrate sei: „Die Untersuchungen werden dazu beitragen, dass wir eine bessere Erkenntnis über die Wirkung von Impfungen gegen Mutationen erhalten und viele weitere wichtige Fragen klären können. Jede Impfung zählt und jede Impfung wird dazu beitragen, die Krankheitslast und die Zahl von Todesfällen zu verringern.“

Logistische Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Um bereits nächste Woche im gesamten Bezirk Schwaz alle BewohnerInnen ab 16 Jahren impfen zu können, laufen derzeit die logistischen Vorbereitungen auf Hochtouren. Alle Personen des Bezirkes Schwaz, die noch keine Impfung erhalten haben und die sich noch nicht auf www.tirolimpft.at für eine Covid-Impfung angemeldet haben, sollen dies bitte schnellstmöglich tun. Weitere Details folgen.

Quelle: Mag. Florian Kurzthaler Amt der Tiroler Landesregierung / ots  //  Fotocredit: Symbolfoto

 

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