Bürgerinitiative in Timelkam sagt Nein zum verdichteten Wohnbau.

Bürgerinitiative in Timelkam sagt Nein zum verdichteten Wohnbau.

Am Samstag, den 03. Oktober 2020 lud die Bürgerinitiative Timelkam, unter Federführung von Helmut Seiringer, zu einem informellen Austausch über das geplante Wohnprojekt Höfergründe im Bereich des Kraftwerkes Glatzing ein. 120 Timelkamer kamen zur Informationsveranstaltung.

In Planung ist ein verdichteter Wohnbau mit 6 Wohnhäusern, mit etwa 100 Wohnungen. Bei den betroffenen Anrainern der Ortschaften Pichlwang, Obereck und Maierhof wurden nach Formulierung einer Stellungnahme 250 Unterschriften gesammelt und an das Marktgemeindeamt Timelkam zu Handen Bürgermeister Johann Kirchberger weitergeleitet. Bislang wurde das Vorverfahren seitens der Gemeinde eingeleitet, dieses liegt derzeit beim Land Oberösterreich. 

In 9 Punkten wurden die Bedenken der Anrainer festgehalten. 

Stellungnahme zu GZ Bau-201-5/28-2-2020-Bo – Verständigung vom 07. Juli 2020

Als unmittelbare Anrainer des beabsichtigten „Projektes Wohnbebauung Höfermühle“ nehmen wir gemäß § 36 Absatz 4 in Verbindung mit §§ 33 Absatz 2 des O.Ö. Raumordnungsgesetzes 1994, LGBl. Nr. 114/1993 fristgerecht bis 12.08.2020 wie folgt Stellung:

  • Wir sprechen uns entschieden gegen ein Wohnprojekt in der Größenordnung von ca. 92 Wohnungen aus. Die Formulierung „ca.“ lässt Vermutungen zu, dass es um eine noch größere Anzahl von Wohnungen geht. Aktuell gibt es in den Ortschaften Pichlwang und Maierhof um die 135 Wohneinheiten, die Erweiterung um 100 Wohneinheiten würde die im Laufe von Jahren gewachsene Bevölkerungsstruktur völlig überfordern. 
     
  • Unsererseits besteht die Befürchtung, dass bei einer Realisierung des Wohnprojektes in der vorliegenden geplanten Form als nächster Schritt weitere Bauvorhaben dieser Größe auf den unmittelbar angrenzenden Parzellen umgesetzt werden.
     
  • Die angrenzende Bundesstraße 151 erleben wir aktuell völlig überlastet. Bei einer Verkehrszählung vor etwa 10 Jahren wurden an die 20.000 Fahrzeuge täglich gezählt – seitdem ist der Verkehr noch stärker geworden. Bei 100 neuen Wohnungen ist mindestens mit einer Nutzung von zusätzlichen 150 PKWs zu rechnen. Schon derzeit steht man an der Kreuzung zur Atterseebundesstraße in Stoßzeiten einige Minuten, bis man in diese einbiegen kann. Für den Linksabbieger aus Richtung Vöcklabruck kommend, gibt es keine eigene Abbiegespur, der Stau an der B 151 wird daher zu Stoßzeiten bis zum Kreisverkehr der B 1 zurückreichen. 
     
  • Es ist weiters zu befürchten, dass die Mieter der neuen Wohnblöcke – wenn sie in Richtung Regau fahren wollen – die Abkürzung über den  Güterweg Obereck nach Oberregau nehmen und damit die an dieser Straße lebenden Bewohner in Obereck, Lahn und Oberregau einer noch größeren Verkehrsbelastung ausgesetzt werden, als derzeit durch die Abkürzer aus Lenzing schon gegeben ist. Weiters ist durch die Überlastung der Kreuzung B 151 nach Timelkam mit dem Ausweichen des Verkehrs durch die sog. Englmayersiedlung – ein reines Wohngebiet – zu rechnen. 
     
  • Die unmittelbare Nähe der Ager sowie des neu errichteten Wasserkraftwerkes lassen befürchten, dass bei Hochwasser Probleme größeren Ausmaßes auftreten können. Bekannt ist auch, dass der hohe Grundwasserspiegel in der Vergangenheit bereits ein Bauprojekt auf diesem Areal gestoppt hat. Insoferne sehen wir die beabsichtigte Errichtung von Tiefgaragen als unrealistisch an. Klarheit über die tatsächliche Gefährdung kann hier nur ein unabhängiges geologisches Gutachten bringen. 
     
  • Die Lärmentwicklung beim Öffnen der Schleusen sowie das ständige Surren beim Betrieb des Wasserkraftwerkes sind für ein Wohngebiet äußerst ungünstig. 
     
  • Auch wenn beschrieben wird, dass das vorherrschende Ökosystem nicht negativ beeinflusst werden kann, ist es nicht vorstellbar, dass bei einer Neubesiedelung von geschätzten 300 – 400 Menschen auf engstem Raum, es zu keinen Veränderungen des Ökosystems kommt. 
     
  • Darüber hinaus führen wir an, dass der in der Begründung der Verständigung angeführte, „nicht besonders schützenswerte Pflanzenbestand“ aus Eichen, Eschen, Weiden, Erlen, Nussbäumen  und verschiedenen Sträuchern besteht. Dieser Grünzug ist am Boden mit Brombeer- und Himbeerstauden bewachsen und zur Zeit ein  reines Insektenparadies. Dieses Biotop  zieht sich mit einer Breite von bis zu 10 m  über die gesamte Länge des zu bebauenden Grundstückes. Die geplanten Grünzüge entlang der Ager werden diesen Pflanzenstreifen nicht ersetzen können.
     
  • Keineswegs teilen wir Ihre Ansicht, dass das gegebene Landschaftsbild durch die 4-geschoßige Bauweise der 6 geplanten Objekte keine negativen Auswirkungen hat – wir sind von dessen Gegenteil überzeugt und haben hier als Bewohner der Ortschaften Pichlwang und Maierhof einen anderen Zugang als Mitarbeiter eines Planungsbüros, die ihren Lebensmittelpunkt anderweitig inne haben.

Im Hinblick auf unsere aufgezählten Argumente ersuchen wir darum, sich vom beabsichtigten „Projekt Wohnbebauung Höfermühle“ zu verabschieden.  Die Anrainer treten nicht primär als Verhinderer auf. Gegen den Bau von Reihenhäusern oder Doppelwohnhäusern hätten sie nichts einzuwenden. Seitens Bürgermeister Johann Kirchberger, der auch bei der Informationsveranstaltung anwesend war und sich der Diskussion stellte, wurde gegenüber Helmut Seiringer und der Bürgerinitiative Gesprächsbereitschaft signalisiert. 

Quelle: Christian Aichmayr 

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